Rückblick auf eine spannende Zeit

Zwei Ausstellungen der SPD zum 25. Jahrestag des Mauerfalls

Vor 25 Jahren schrieben im märkischen Dorf Schwante engagierte Frauen und Männer die Geschichte der SPD ein gutes Stück weiter: Am Samstag, 7. Oktober 1989, einen Monat vor dem Fall der Berliner Mauer, gründeten sie die Sozialdemokratische Partei in der DDR. Diese mutige Entscheidung der im Schwanter Pfarrhaus versammelten Bürgerinnen und Bürger bedeutete einen wichtigen Schritt zur Überwindung der kommunistischen wie der vorangegangenen Zwangsherrschaft im Osten Deutschlands hin zu einem demokratischen Neubeginn in Freiheit und den Weg zur deutschen Einheit.

Erinnerungen zum Umbruch in der DDR

Auch die Lippstädter Sozialdemokraten waren mit von der Partie, als nach dem Fall der Mauer in der damaligen (Noch-) DDR der Aufbau von demokratischen Strukturen begann und dort die SPD wieder entstand. Daran wollen die Sozialdemokraten mit zwei Ausstellungen im Stadtmuseum Lippstadt, Rathausstraße 13, erinnern, die von Dienstag, 18. November, bis Sonntag, 7. Dezember, während der Öffnungszeiten (dienstags bis samstags von 10.00 bis 12.00 Uhr sowie von 15.00 bis 17.00 Uhr und sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr) anzuschauen sind. Während die von der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellte Präsentation „Wir haben die Machtfrage gestellt“ die friedliche Revolution und die Entwicklung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR bis zur ihrer Vereinigung mit der West-SPD im September 1990 nachzeichnet, erinnert die Darstellung der Lippstädter SPD „Fahrten in ein unbekanntes Land“ an den Beitrag von SPD-Mitgliedern aus Lippstadt beim Aufbau einer demokratischen Struktur in der sächsischen Kreisstadt Oschatz und ihrem Umland im Frühjahr 1990.

Zeitzeuge aus Plauen, Rolf Schwanitz

Als Zeitzeuge der bewegenden Monate in der damaligen DDR konnte der Veranstalter den früheren Staatsminister im Kanzleramt in der von Gerhard Schröder geführten Bundesregierung, Rolf Schwanitz aus Plauen (Sachsen), gewinnen. In einem vom Kreistagsmitglied Dr. Nils Duscha und dem Ratsherrn Hans Zaremba geführten Interview wird das Mitglied der SDP von 1989 bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellungen am kommenden Dienstag, 18. November, um 18.00 Uhr die Zeit der Montagsdemonstrationen, die Bildung der SDP und spätere Neugründung der SPD in Ostdeutschland veranschaulichen. Überdies wollen der einstige Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Brülle sowie die früheren Ratsmitglieder Elmar Arnemann und Bernhard Scholl in einer weiteren Gesprächsrunde ihre Eindrücke aus den Begegnungen mit den Oschatzer Sozialdemokraten bei ihren Stippvisiten in Sachsen und bei den Gegenbesuchen in Lippstadt schildern.

Zeitdokument aus der Wendezeit von 1989/90: Auf dem Foto aus dem Januar 1990 ist als zweiter von links der am 25. März 1940 in Würzburg geborene Facharzt für innere Medizin, Dr. Bernd Donaubauer, abgebildet. Der Arzt war damals Vorsitzender des Kreisverbandes der sich gerade gegründeten Sozialdemokratie in Oschatz. Im März 1990 wurde er Abgeordneter der bis Ende September 1990 bestehenden Volkskammer in Berlin und im Oktober 1990 Mitglied des Landtages von Sachsen in Dresden. Im Zusammenhang mit der Überprüfung der Abgeordneten auf eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit legte der während der DDR-Zeit in einer Klinik in Wernsdorf (Sachsen) arbeitende Mediziner am 23. Oktober 1991 sein Mandat nieder. Auch dieser Vorgang ist ein Teil der Geschichte nach dem Zusammenbruch des alten Systems in Ostdeutschland und der Phase des Aufbaus von demokratischen Strukturen in der ehemaligen DDR. Mit auf diesem historischen Bild aus der Kamera von Karl-Heinz Brülle sind die Lippstädter Sozialdemokraten Bernhard Scholl (links), Marlies Stotz und Hans Zaremba.