SPD-Urgestein Eike Hovermann wird 75 Jahre

Seinen 75. Geburtstag kann in diesen Tagen der ehemalige Bundestagsabgeordnete und langjährige Unterbezirksvorsitzende der SPD im Kreis Soest, Eike Hovermann, aus Lippstadt-Overhagen feiern.

Die Liste der politischen Ämter des Gymnasiallehrers für Geschichte und Latein ist lang. So startete Eike Hovermann seine politische Laufbahn im Rat der Stadt Lippstadt im Jahr 1979. Als er den Rat 1994 verließ war Eike Hovermann unter anderem 10 Jahre lang Ortsvorsteher in Overhagen gewesen und bekleidete zudem das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters. Ebenso engagierte sich der Sozialdemokrat im Kreistag zu Soest, dem er von 1989 bis 2004 angehörte. Auch innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands übernahm Eike Hovermann an unterschiedlichsten Stellen Verantwortung. So führte er den SPD-Stadtverband Lippstadt seit seinem Gründungsjahr 1974 bis ins Jahr 1992. Nahtlos schloss sich die Funktion des SPD-Unterbezirksvorsitzenden an, ein Amt, was der engagierte Sozialdemokrat bis ins Jahr 2010 innehatte. In diese Zeit fiel auch sein Engagement in der Bundespolitik.

1994 kandidierte Eike Hovermann erstmals für den Deutschen Bundestag. Auch wenn der Ausgang dieser Wahl für den Sozialdemokraten nicht auf Anhieb erfolgreich war, zog er im Januar 1995 erstmals über die Reserveliste in den Deutschen Bundestag ein. Sein größter politscher Erfolg gelang ihm bei der Bundestagswahl im September 1998, als die SPD bundesweit einen erdrutschartigen Sieg feiern konnte und sich Eike Hovermann erstmals in der Geschichte der SPD im Kreis Soest das Direktmandat für den 14. Deutschen Bundestag sichern konnte. Zum ersten und bislang einzigen Mal wurde eine Bundesregierung – damals unter Führung Helmut Kohl – komplett abgewählt. Einmalig war auch das Ergebnis in Lippstadt. Der SPD-Bewerber hatte mit 48,6% deutlich die Nase vorn und konnte einen satten Zugewinn von 6 % verzeichnen. Sein damaliger Mitbewerber Jürgen Augustinowitz (CDU) hatte damals das Nachsehen und verlor sein Bundestagsmandat und schied aus der Bundespolitik aus.

Besonders im Bereich der Gesundheitspolitik machte sich der „Lange“ aus Overhagen, wie ihn seine Parteifreunde gerne nannten, einen Namen. So fungierte er in Berlin auch als stellvertretender gesundheitspolitscher Sprecher. Dabei bewies Hovermann, dass er durchaus seine eigenen gesundheitspolitischen Vorstellungen hatte und nicht immer ging er mit der Meinung seiner Fraktion konform. So konnte er seine Stimme auch nicht für die Mitte der 2000er Jahre von der damaligen Bundesgesundheitsministerin Schmidt (SPD) verantwortete Gesundheitsreform geben und zählte zu den Abweichlern. Bis heute verfolgt Hovermann die gesundheitspolitische Entwicklung und hat dabei insbesondere die schwierige Lage der kleineren Krankenhäuser im Blick. Im Jahr 2009 entschied er sich, seine politische Laufbahn zu beenden und kandierte nicht erneut für den Deutschen Bundestag. Im Folgejahr machte ihn seine Partei zum Ehrenvorsitzenden der SPD im Kreis Soest und dankte ihm damit für sein jahrzehntelanges Engagement für die Sozialdemokratie und die Menschen in der Region.