Bild: pixabay

Ist der Hochwasserschutz im Kreis ausreichend?

Die Hochwasserkatastrophe in der Eifel und im Ahrtal hat die SPD-Kreistagsfraktion Soest dazu veranlasst, die politische Sommerpause mit einer Sondersitzung im Soester Schlachthof zu beenden.

Einziger Tagesordnungspunkt: Ist der Kreis Soest bezüglich einer ähnlichen Wettersituation in seinem Gebiet gut aufgestellt?

Fraktionsvorsitzender Christian Klespe (Möhnesee) verdeutlichte einleitend, dass die Klimaexperten aus der Wissenschaft von einer Zunahme der extremen Wetterereignisse in der Zukunft ausgehen würden. „Vor dieser Tatsache dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, denn auch unser Gebiet kann von einer extremen Regensituation mit mehr als 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter/Stunde betroffen werden.“

Der Vorsitzende des Umweltausschusses im Kreistag, Hans Werner Neumann (Ense), stellte in einem einleitenden Referat die Rahmenbedingungen für einen umfassenden Hochwasserschutz in der Region dar. „Vom Grundstücksbesitzer über die Kommune und den Kreis, das Land und auch den Bund sind alle Ebenen in der Verpflichtung, hier ihre Aufgaben wahrzunehmen.“  Neumann beschrieb in seinen Ausführungen die topographische Situation des Kreises, der aus hydrologischer Sicht von dem Haarstrang als eine Wasserscheide geprägt wird, die die gesamte Region von Osten nach Westen präge. Nördlich davon befände sich die großflächige Haarabdachung mit geringer Reliefenergie, nach Süden gebe es wesentlich steilere Abfälle Richtung Möhne und Ruhr. Der nördliche Teil des Kreises sei geprägt durch die Lippe Niederung, die in der Vergangenheit auch immer wieder von Hochwässern betroffen worden sei. „Für uns ist es jetzt wichtig, so Neumann, besonders gefährdete Hotspots für mögliche Überschwemmungen zu eruieren.“ Dazu seien bereits in der Vergangenheit umfangreiche Untersuchungen angestellt worden, die es zu aktualisieren gelte und an die zu erwartenden Starkregenereignisse anzupassen gelte.

Der Warsteiner Kreistagsabgeordnete Erwin Koch, Experte für Katastrophenschutz und Rettungswesen, wies daraufhin, dass schon kurzfristig auch in diesem Bereich überprüft werden müsse, ob man für einen solchen Schadensfall optimal aufgestellt und ausgerüstet sei.

Wilfried Jäger (Anröchte) aus dem Umweltausschuss forderte, den Hochwasserschutz bei der politischen Arbeit deutlicher in den Vordergrund zu rücken. „Erosionsschutzprogamme auf der Haar, Aufforstungen, Schaffung von natürlichen Überschwemmungsflächen, Rückhaltemöglichkeiten- dazu haben wir in der Vergangenheit einiges gemacht, doch das wird nicht reichen vor dem Hintergrund des Klimawandels.“

Rainer Stratmann (Soest), ehemaliger Kreisdirektor im Nachbarkreis Unna und sachkundiger Bürger in der Kreistagsfraktion, forderte, die Regional- und Bauleitplanung der Kommunen verstärkt auf die Probleme des Hochwasserschutzes auszurichten und deutlich zu machen, dass hydrologische Erkenntnisse bei Genehmigungsverfahren nicht übergangen werden dürften.

„Es gibt ein hohes Potential an Erkenntnissen bei der Versicherungswirtschaft zu den Gefahren von Überschwemmungen, so der stellvertretende Vorsitzende des Regionalrates beim Regierungspräsidenten Bernd Müller (Geseke), dass wir uns bei den politischen Beratungen zu Nutze machen sollten.“

Als nächsten Schritt fordern die Sozialdemokraten, dass die Experten der Kreisverwaltung aufzeigen, wo man im Kreis Soest beim Thema Hochwasserschutz stehe. Fraktionschef Christian Klespe: „Aus den daraus abgeleiteten Erkenntnissen gilt es dann Schlussfolgerungen zu ziehen, um kurz- und mittelfristige Maßnahmen auf den Weg zu bringen.“