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Nahverkehr muss wichtigen Beitrag zur Verbesserung zum Leben im ländlichen Raum und zum Klimaschutz leisten

„Der Nahverkehr mit modernen Bussen muss einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation in unserem ländlichen Raum und gleichzeitig zum Klimaschutz leisten.“ So fasste Prof. Werner Kirsch, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und Mobilität und Mitglied der SPD-Fraktion im Kreis Soest, das Ergebnis einer SPD-Verkehrskonferenz zum Thema Mobilität zusammen.

Zu einem Gespräch über gemeinsame Projekte im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) trafen sich in Soest die Spitzen der SPD-Fraktionen aus den Kreistagen des Hochsauerlandkreises und des Kreises Soest, sowie die verkehrspolitischen Sprecher beider Fraktionen. Als kompetente Gesprächspartner waren der Geschäftsführer André Pieperjohanns und der Verkehrsmanager Hauke Möller aus dem kreiseigenen Verkehrsunternehmen RLG zu Gast.

Ein wichtiges Thema waren alternative Antriebe für die Busse der RLG. André Pieperjohanns berichtete über den Stand der Technik auf diesem Gebiet. Die Fraktionsvorsitzenden Reinhard Brüggemann (Meschede) und Christian Klespe (Möhnesee) betonten übereinstimmend die Notwendigkeit einer raschen Umstellung auf eine klimafreundliche Busflotte. Nach einem eher zögerlichen Start sehen Klespe und Brüggemann die RLG inzwischen auf dem Weg in die richtige Richtung.

Wichtige Forderungen der Sozialdemokraten betreffen ein verbessertes kundenorientiertes Angebot im ÖPNV. Dazu gehört ein dichterer Fahrplan auch bis in die Abendstunden für die Schnellbuslinie S60 zwischen Lippstadt und Warstein und die Verlängerung der Linie über Warstein hinaus bis nach Meschede, ebenso wie die Schaffung einer direkten Busverbindung von Soest nach Arnsberg. „Für die Fortführung der S60 nach Meschede sehen wir einen erheblichen Bedarf“, so Reinhard Brüggemann, „sowohl für Menschen, die von oder nach Meschede pendeln, als auch für Studierende in Lippstadt und Meschede.“

Einen Ausbau des ÖPNV auch in den kleineren Flächengemeinden forderte Prof. Kirsch. Er rechnete vor, dass man z. B. für die Strecke zwischen den Enser Ortsteilen Niederense und Bremen mit dem Bus ca. eine Stunde braucht, weil man in Ostönnen (!) und Werl (!) oder in Neheim umsteigen muss. „Dabei sind Niederense und Bremen knapp vier Kilometer voneinander entfernt.“, so Kirsch weiter.

Besondere Hoffnung setzen die Sozialdemokraten auf das neue RLG-Mobilitätsangebot HELMO, das im Raum Anröchte/Erwitte zurzeit als Pilotprojekt umgesetzt wird.  Dabei wird den Bürgern in den kleinen Ortsteilen ohne regelmäßigen Busverkehr angeboten, per Telefon oder App bei Bedarf ganz individuell einen Kleinbus zu bestellen, der zu normalen Preisen Fahrten zu den Schnellbuslinien oder in die Ortszentren möglich macht. So könnte ein attraktives Angebot für die Ortsteile entstehen, die dadurch optimal mit dem Nahverkehr versorgt würden.

Wilfried Jäger (Anröchte) sprach die aus seiner Sicht unübersichtlichen und recht hohen Preise für Bus-Tickets an. „Ein Einzelticket Warstein-Lippstadt und zurück kostet 15,80€, da wird der Umstieg vom Auto auf den Bus nicht gerade leichtgemacht.“ Jäger betonte, dass die Förderung des ÖPNV neben dem wichtigen Aspekt des Klimaschutzes durch Vermeidung von Individualverkehr, auch und besonders eine soziale Aufgabe ist für Menschen, die aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen auf Busse und Bahnen angewiesen sind.