Bild: Dirk Vaartjes

SPD-Kreistagsfraktion appelliert an Verantwortliche: Ärztekammer mit Prüfung beauftragen

Der Auftritt von Dr. Jan Behrendt bei einer Corona-Protestkundgebung am Wochenende hat auch bei der SPD-Kreistagsfraktion Entsetzen und Empörung ausgelöst. Fraktionsvorsitzender Christian Klespe und die gesundheitspolitische Sprecherin Marianne Schobert fordern die Verantwortlichen auf, ihre berufsständige Selbstverwaltungskörperschaft zur Überprüfung und Stellungnahme einzuschalten.

Die beiden gehen davon aus, dass Behrendt explizit als Arzt öffentlich bei der Protestkundgebung aufgetreten ist, da er u.a. über seine Arbeit in der Praxis berichtete. So bezeichnete er das Impfen medizinisch und wissenschaftlich als großen Humbug. Laut eigenen Aussagen verwende er deshalb viel Energie in seiner Praxis, um Patienten und Patientinnen vom Impfen abzuhalten. Gerade auch seine Äußerungen zu den vermeintlich nur wenigen schweren Verläufen bei positiv Getesteten, deren Anzahl er als Vogelschiss bezeichnet, stören die Sozialdemokraten. „Mit einer solchen Sprache begibt er sich in die Nähe rechtsextremen Gedankengutes“.

„Angesichts der vierten Welle der Corona Pandemie, der Omikron Variante und einer Inzidenz in Lippstadt von 482,4 (Stand 21.12.2021) sind wir äußerst besorgt“, verweist Marianne Schobert auf die aktuelle Lage. Gerade erst habe es deshalb eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des Kreises gegeben. Hier sei man sich einig gewesen, dass – neben den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln sowie das Maskentragen in Innenräumen – Testungen und Impfen die Pandemielage beherrschbarer machen und letztlich entspannen können.
Der Auftritt von Dr. Behrendt dagegen „verunsichert viele Patient*innen im Raum Lippstadt und konterkariert die Bemühungen vieler Engagierter in medizinischen Praxen, Krankenhäusern, dem Gesundheitsamt und weiteren Ämtern im Kreis Soest, die sich um die Eindämmung der Corona Pandemie und den Schutz der Bevölkerung bemühen“, ergänzt Christian Klespe.

Infolgedessen appelliert die SPD Kreistagsfraktion an die Verantwortlichen, Kontakt zur Ärztekammer aufzunehmen. „Aus unserer Sicht ist dringendst eine Überprüfung seiner ärztlichen Handlungsweisen im Zusammenhang mit Corona geboten“, sind sich Klespe und Schobert einig.